Debut-Album 'UNMASKED' Out Now


Ein Klang des Jazz, der vor allem wegen seiner ausgesprochen eleganten Note in seinen Bann zieht – genau ein solcher ist es, den das tschechisch-österreichische Vierergespann PURPLE IS THE COLOR auf seinem Debüt „Unmasked“ (Freifeld Tonträger) auf wirklich packende Weise zu Gehör bringt. - Michael Ternai (Mica Austria)

Mehr Soulfood für die Ohren denn Grammelknödel oder Käsekrainer. Keine Musik für die Hotellobby, eher für eine weltvergessene Spelunke in Haarlem, Holland. Erstaunlich, dass so eine weltvergessene Musik aus Österreich kommt. – Franzobel (Ö. Schriftsteller)

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Purple is the Color - AnniroC


Purple is the Color - A Green Shirt On A Red Background


Purple is the Color - Just Kiddin'


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Putting a band together can be a long quest to find the right mix of personalities; but sometimes it happens organically, as a result of perfect serendipity. Such is the case of pianist and composer Simon Raab’s new project. Raab met his future musical partners Štěpán Flagar, Martin Kocian, and Michał Wierzgoń in 2015 at a jam session in Linz, Austria, the city where he was finishing his studies, and where the other three had recently began theirs. It became clear to all four of them that there was some potential there, and so that impromptu session marked the beginning of what now is the quartet Purple Is The Color.

Raab has steadily made a name for himself in the Austrian scene, playing in a variety of groups and genres, mainly with singer Lucia Leena in the pop group Listen to Leena and the contemporary jazz quintet Luzid Chaos. Teaming up with his Czech companions also shows Raab’s keen ear and instinct for talent. Flagar’s own quartet was already shortlisted for the 2015 European Jazz Competition, which saw drummer Wierzgoń win the prize for best soloist that year.

The band’s music borrows from the rich jazz quartet tradition, but does not shy away from incorporating elements of pop and folk music, weaving it all together into a modern soundscape. In that sense one could say that there is something distinctly European about their sound, one that stems from an eclectic mix of cultures as well as the ever present influence of classical music, more so than from a blues-driven tradition as is the case of many American bands. European also in that it embraces the serious and the whimsical, treating them both as different sides of the same coin.

This might also be the reason behind the group’s name and their reluctance to label themselves as a „jazz band“. Purple can only exist as a result of the combination of blue and red. In the case of the band, their music is the result of equal parts composition and improvisation. On one hand there is an ethereal and expansive quality to their music to be found in the form of beautiful melodic lines played with utmost clarity and no sense of haste. On the other an interplay of driving and grounding grooves, that sometimes lead to short interludes of intended chaos. The four blend together perfectly, having found a common language that is contemporary but nevertheless warm, and that allows each musician to explore freely.

Purple is the Color hits all the right notes when it comes to finding the right flow between composition and improvisation – this is a group with a strong individual sound and most definitely a band worth keeping an eye on!


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Rot ist das Herz. Blau ist das Hirn. Emotion trifft Verstand. Aber auch: Vitaler Instinkt. Blinde Vernunft (zu allem fähig!). Ein ungleiches Paar ist das. Da ist der Konflikt praktisch vorprogrammiert. Zumindest wenn man gewillt ist, dem traditionell-westlichen Denk-Dualismus treu zu bleiben. Da hilft dann nur mehr die radikale Konversion. Eh schon wissen, vom Regen in die Traufe, von der Gülle in die Jauche [sic!] oder wie es im Geschichtsunterricht heißt: vom Tyrann zum Tyrannen. Verzagen ist aber trotzdem keine Option. Die große Möglichkeit liegt nämlich seit jeher nicht im sturen Entweder-Oder, sondern in der Bejahung des Gegensatzes selbst. Wie lassen sich die beiden scheinbaren Antagonisten versöhnen? – Ein Blick auf die Farbpalette zeigt uns, dass die Antwort denkbar einfach ist: Purple is the Color! Mehr Zustand als Anstrich, entsteht hier eine produktive Spannung jenseits aller einseitigen Dogmen. Eine dynamische Offenheit, die das Quartett um den österreichischen Ausnahme-Pianisten Simon Raab auf seinem Debüt Unmasked ganz grandios verewigt hat.

Unmasked meint dabei niemals die plumpe Idee der Offenbarung einer pseudo-authentischen Identität hinter der „Maske des (musikalischen) Alltags“. Vielmehr geht es um den Verzicht auf eine musikalische Persona, die eine solche lediglich nach außen hin repräsentieren würde. Unmasked heißt hier – deutlich hörbar – die Offenheit gegenüber der eigenen Kontingenz. Die Bereitschaft, sich bedingungslos auf die eigene Musikalität einzulassen. Das erfordert freilich nicht nur den Mut, sich abseits ausgetretener Bahnen in die Wildnis zu wagen, sondern auch die Besinnung auf die eigenen Wurzeln. Das Neue erscheint hier also nicht unter dem Vorzeichen postmoderner Geschichtsverdrossenheit, sondern vielmehr unter dem eines gewachsenen Selbstverständnis’ zwischen Tradition und Innovation. Wo sich der musikalische Nachwuchs heute oft gerne die eigene Kreativität vom jeweils herrschenden Jargon diktieren lässt, bedienen sich Purple is the Color souverän am Repertoire der alten Meister, um ihre ganz eigene Vision zeitgemäßer Jazz-Musik zu verwirklichen. Modus der Interaktion mit der Vergangenheit ist hier nicht die bedingungslose Unterwerfung, sondern vielmehr der respektvolle Dialog. In klassischer Besetzung – Sax, Piano, Bass und Drums – gelingt es, eine neue, unerhört spannende Sprache zu kultivieren, mit der sich weit über das eigene Herrschaftsgebiet hinaus neue Möglichkeiten ausloten lassen.

So von spielerischem Ernst beseelt, versuchen Simon Raab, Štěpán Flagar, Martin Kocián und Michał Wierzgoń erst gar nicht, irgendjemandem zu gefallen. Viel wichtiger ist aber, dass die Vier daneben auch entschieden nicht darauf zielen, irgendjemanden nicht zu gefallen. Rhythmische Hyperkomplexität als verkappter Elitarismus, harmonische Willkür als windschiefe Sublimation pubertärer Zerstörungswut und sounddesignerische Universallackierung als die heutzutage Rechts wie Links wieder heftig grassierende Angst vor Identitätsverlust, haben hier ganz einfach keinen Platz. Kurz, die vier jungen Männer scheißen sich auf ihrem Debüt wenig bis gar nichts. Und genau so entsteht ein musikalischer Interaktionsraum, in dem immer alles möglich zu sein scheint. Hypnotische Akustik-Grooves á la Esbjörn Svensson (For Now) stehen zwanglos neben halsbrecherischen Free-Jazz-Passagen (Superficial). Von neuer Elektronik inspirierte Beats treffen auf bezaubernd fragile Harmonie (AnniroC). Die spontane Expressivität mit der Raab und seine Mannen auf den 9 Stücken zu Werke gehen, unterläuft dabei nicht den großen Entwurf, sondern lässt ihn jeweils erst transparent werden. Und gerade so entsteht Musik, die unmittelbar berührt, wo man bereit ist, wirklich zuzuhören.

Der nächste große Wurf der wahrlich nicht inaktiven österreichischen Jazz-Szene. Mit Unmasked gelingt Purple is the Color ein beeindruckendes Debüt, dass zeigt, wo die Reise überall hinführen kann, wenn man sich traut, ohne Navi aufzubrechen, sich ganz auf die eigene Musikalität zu verlassen und also den eigenen Weg im Gehen erst erscheinen zu lassen – jetzt schon eines der Alben des Jahres!

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